RFID und SAP R/3

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Zusammen mit der Comgroup hat OPAL in China ein erstes RFID Projekt mit der AII und Netweaver unter SAP R/3 realisiert.

RFID-Pilotprojekt bei Shang Hai Nong Chan Pin (SHNCP)
Gesetzgeber und Kunden verlangen nach immer genaueren Informationen über die Herkunft und Verarbeitung von Produkten. Die zunehmende Komplexität der Logistik macht es schwie-riger, Warenbewegungen sowie Bestände im Auge zu behalten. Lückenlose Rückverfolgbar-keit und erhöhte Bestandstransparenz sind das "A" und "O" für eine erfolgreiche Supply Chain. Die Schlüsseltechnologie der Zukunft hierfür heißt RFID (Radio Frequency Identificati-on).
In der RFID Technologie werden Barcodes durch kleine Computerchips (sog. Transponder oder Tags) ersetzt. Bislang erfolgt die Datenübertragung und -identifizierung durch Laser. Nun können mittels Radiowellen Informationen z.B. zu Produkten oder Paletten ohne Sichtkontakt und in Echtzeit übertragen werden.

Ausgangslage
SHNCP verwendet die RFID Technologie zur Überwachung der Logistikkette beim hochsen-siblen Nahrungsmittel Schweinefleisch. Unter den klimatischen Bedingungen (Sommer mit bis zu 40 Tagen über 35 Grad Celsius) und der hohen Umweltbelastung in Shanghai bzw. in ge-samt China ist dies eine Maßnahme, die von staatlichen Stellen gefordert wird. Zumal auch im nächsten Fünfjahresplan zur Entwicklung der Volkrepublik China zunehmender Wert auf eine nachhaltige Entwicklung (qualitatives statt nur quantitatives Wachstum) gelegt werden soll.

Einsatzgebiet
Bisher verwendete SHNCP nur Barcodes. Unter den harten Umweltbedingungen kam es al-lerdings zu einer relativ hohen Fehlerquote (Feuchtigkeit, Hitze, Schmutz etc). Da die RFID Technologie solchen Bedingungen besser gewachsen ist, entschied man sich, unter Führung der SAP AG dieses Pilotprojekt zu starten.


Wareneingangsprozeß und Folgeprozesse
Dabei werden Produkt- und Lieferantendaten beim Wareneingang halbautomatisch erfasst. Diese Informationen stehen dann später in der Datenbank bzw. im Business Warehouse zur Verfügung und können zur elektronischen Bezahlung der Lieferanten verwendet. Außerdem ermöglicht das System die weitere Überwachung der Logistikkette in Richtung Endverbrau-cher (Tracking Portal).


Projektdurchführung
Das Projekt wird gemeinsam von SAP, Ubipass und der Comgroup durchgeführt. Ubipass ist für zuständig für den RFID-Hard- und Middleware-Bereich. SAP stellt mit SAP NetWeaverTM eine geeignete Service Orientierte Architektur (SOA) zur Verfügung, die es ermöglicht, einer-seits bestehende Kundenanwendungen und die Ubipass-Middleware zu integrieren, bspw. über die Auto ID Infrastruktur 2.1 (AII) und andererseits die notwendigen Webapplikationen zu schaffen.Die Comgroup übernahm in diesem Projekt aufgrund ihrer Erfahrungen mit Netweaver vor allem Aufgaben in diesem Umfeld:

Erfahrungen aus diesem Projekt
Hauptprobleme für SHNCP sind zurzeit die Kosten der RFID Transponder (ca. 2,5 US$ pro Stück) und die weitergehende Überwachung der gesamten Logistikkette (vom Großmark bis zum Endverbraucher). Anfängliche Startschwierigkeiten, wie das Problem, daß einige Transponder vom Haken fielen, wurden mittlerweile behoben:
? Hardware-Herausforderungen waren insgesamt am größten
o Sizing
o Transponder haben u.U. Funktionsprobleme auf metallischen Oberflächen
o Befestigung der Transponder
? Integrationsaufgaben
o Design der Systemarchitektur
o Integration von SAP NetWeaver in das bestehende Kundensystem
o Kundenspezifische Anforderungen und Web GUI Entwicklungen

Heute sind noch ca. 50% der Haken mit RFID Transpondern und die andere Hälfte mit den bisher verwendeten Barcodes versehen.
SNCP gelingt es, durch den Einsatz von RFID Technologie folgende Ziele zu erreichen:
? Verbesserung der Logistikeffizienz
o Gegenüber dem Barcodesystem wurde die Wareneingangsbearbeitungszeit von 40 auf 20 Sekunden pro Schweinehälfte verkürzt
o Die Fehlerquote sinkt von derzeit 3% auf 0,5% Prozent.
? Sicherstellung der Nahrungsmittelqualität durch bessere Verfolgbarkeit der Er-zeuger- / Logistikkette
o Es wird verhindert, daß Schweinefleisch aus nicht autorisierten Quellen in den Handel gelangt
o Eine genauere Lieferantenbewertung wird ermöglicht
o Die Weiterverfolgung des Warenflusses wird ermöglicht.



Fazit
Dem Durchbruch der RFID Technologie stehen momentan noch folgende Barrieren im Wege:
• Weltweit einheitlicher Technologiestandard und einmalige IP - Nummer per Transponder. Damit wäre jeder Transponder überall auf der Welt erkennbar und die Technologie global einsetzbar
• Transponder-Kosten: Für den Masseneinsatz darf der Transponderpreis nur einen Bruchteil des Warenwertes ausmachen; bspw. in China, wo der Warenwert nur Bruch-teile des westlichen Wertes ausmacht, dürften die Transponderkosten maximal im Yi Jiao - Bereich liegen (=10 RMB Cent ~ 1 Euro Cent)
• Technische Probleme: Je nach Sender-Empfänger-Entfernung treten z.T. noch große Datenverluste auf…
Man kann sicher sein, daß China seinen Beitrag dazu leisten wird, RFID Transponder in Zu-kunft in dieser Preislage herzustellen und auf den Weltmarkt zu bringen. Laut Aussage eines Regierungsberaters gehört die RFID Technologie zu den 15 strategischen Kerntechnologien, die China in den nächsten 5 Jahren vorantreiben will.
Mit NetWeaver bietet SAP eine optimale Plattform, die ein Unternehmen dem Ziel einer „En-terprise Services Architecture“ näher bringt.

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